Kontaktlinsen-Ratgeber: Arten, Anpassung, Hygiene und Risiken
Von weichen Tageslinsen bis zu Sklera- und Nachtlinsen: Welche Kontaktlinse passt zu Ihnen, wie läuft die Anpassung ab und welche Hygieneregeln schützen vor Infektionen?
Kontaktlinsen sind für viele Menschen eine praktische Alternative oder Ergänzung zur Brille. Sie bieten ein natürliches, uneingeschränktes Gesichtsfeld, beschlagen nicht, rutschen beim Sport nicht und verändern das Aussehen nicht. In Deutschland tragen nach Branchenangaben mehrere Millionen Menschen regelmäßig Kontaktlinsen. Die Auswahl ist groß: Es gibt weiche und formstabile Linsen, Tageslinsen und Monatslinsen, Linsen für Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit, Speziallinsen für erkrankte Hornhäute und sogar Linsen, die nur nachts getragen werden.
Kontaktlinsen sind aber Medizinprodukte, die direkt auf der empfindlichen Augenoberfläche liegen. Werden sie falsch angepasst, zu lange getragen oder unsauber gehandhabt, können ernste Komplikationen bis hin zu Hornhautinfektionen entstehen. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Linsenarten, erklärt, wie eine professionelle Anpassung abläuft, welche Hygieneregeln unverzichtbar sind und bei welchen Warnzeichen Sie sofort handeln müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Weiche Tageslinsen sind am hygienischsten, weil sie jeden Tag frisch eingesetzt werden. Monatslinsen sind günstiger, erfordern aber sorgfältige Pflege.
- Für Hornhautverkrümmung gibt es torische Linsen, für Alterssichtigkeit multifokale Linsen.
- Formstabile Linsen bieten oft die schärfste Sicht und sind bei Keratokonus häufig die beste Wahl, Sklerallinsen helfen bei stark unregelmäßiger Hornhaut.
- Eine fachgerechte Anpassung beim Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten ist auch für weiche Linsen wichtig.
- Kontaktlinsen dürfen nie mit Leitungswasser in Kontakt kommen, und Schlafen mit Linsen erhöht das Infektionsrisiko deutlich.
- Rotes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge mit Sehverschlechterung: Linse sofort herausnehmen und noch am selben Tag zum Augenarzt.
Für wen eignen sich Kontaktlinsen?
Kontaktlinsen können fast alle Fehlsichtigkeiten korrigieren: Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit. Besonders vorteilhaft sind sie bei hohen Stärken, weil sie direkt auf dem Auge sitzen und so die Verkleinerung oder Vergrößerung des Bildes und die Randverzerrung dicker Brillengläser vermeiden. Bei unterschiedlichen Stärken beider Augen (Anisometropie) und bei unregelmäßiger Hornhaut sind sie oft der Brille optisch überlegen.
Nicht jeder verträgt Kontaktlinsen gleich gut. Ausgeprägte trockene Augen, chronische Lidrandentzündungen, unbehandelte Allergien oder eine schlechte Hygiene im Alltag können gegen Linsen sprechen oder sorgfältige Vorbehandlung erfordern. Mehr dazu im Ratgeber Trockene Augen. Eine Brille als Ersatz sollte jeder Kontaktlinsenträger immer besitzen.
Weiche Kontaktlinsen
Weiche Linsen bestehen aus wasserhaltigen Kunststoffen (Hydrogele) oder aus modernen Silikon-Hydrogelen, die deutlich mehr Sauerstoff zur Hornhaut durchlassen. Sie sind etwas größer als die Hornhaut, schmiegen sich an und sind sofort angenehm zu tragen. Rund neun von zehn Kontaktlinsenträgern nutzen weiche Linsen.
Tageslinsen
Tageslinsen werden morgens eingesetzt und abends weggeworfen. Da jeden Tag eine frische, sterile Linse verwendet wird, entfallen Reinigung und Aufbewahrung. Ablagerungen können sich nicht ansammeln. Studien zeigen, dass das Risiko schwerer Hornhautinfektionen bei Tageslinsen geringer ist als bei wiederverwendbaren Linsen, solange sie korrekt getragen werden. Sie eignen sich besonders für Gelegenheitsträger, Sportler, Allergiker und Einsteiger. Der Nachteil sind höhere laufende Kosten und mehr Verpackungsmüll.
Zwei-Wochen- und Monatslinsen
Diese Linsen werden täglich eingesetzt, abends herausgenommen, gereinigt, desinfiziert und im Behälter aufbewahrt. Nach Ablauf der Tragedauer werden sie ersetzt. Sie sind pro Tag günstiger als Tageslinsen und in einer größeren Bandbreite an Stärken und Parametern erhältlich. Voraussetzung ist eine konsequente Pflege mit dem passenden System. Die angegebene Tragedauer beginnt mit dem Öffnen des Blisters, nicht mit der Zahl der Tragetage.
Linsen für Dauertragen
Einige Silikon-Hydrogel-Linsen sind für das Tragen über Nacht zugelassen. Das Schlafen mit Kontaktlinsen erhöht das Risiko einer Hornhautinfektion jedoch auch mit modernen Materialien deutlich. Dauertragen sollte daher nur nach ausdrücklicher Absprache mit dem Augenarzt und unter regelmäßiger Kontrolle erfolgen.
Speziallinsen für besondere Bedürfnisse
Torische Linsen bei Hornhautverkrümmung
Bei einer Hornhautverkrümmung bricht die Hornhaut das Licht in verschiedenen Achsen unterschiedlich stark. Torische Linsen haben dafür unterschiedliche Stärken in zwei Achsen und eine Stabilisierung, etwa durch ein Gewichtsprisma oder dünnere Zonen, damit sie sich auf dem Auge nicht verdrehen. Sie sind als weiche Tages- und Monatslinsen erhältlich. Wichtig ist eine sorgfältige Anpassung, denn schon eine leichte Verdrehung kann das Sehen verschlechtern.
Multifokale Linsen bei Alterssichtigkeit
Ab etwa 45 Jahren lässt die Nahsicht nach. Multifokale Kontaktlinsen enthalten verschiedene Zonen für Ferne und Nähe, meist ringförmig angeordnet. Das Gehirn lernt, das jeweils passende Bild auszuwählen. Eine Alternative ist die Monovision, bei der ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe korrigiert wird. Beide Lösungen sind ein Kompromiss: Kontrast und Nachtsehen können etwas leiden, und nicht jeder gewöhnt sich daran. Probelinsen sind daher sinnvoll. Mehr über das Thema finden Sie im Ratgeber Alterssichtigkeit.
Formstabile Linsen (RGP)
Formstabile, gasdurchlässige Linsen (englisch rigid gas permeable, RGP), oft umgangssprachlich als harte Linsen bezeichnet, sind kleiner als die Hornhaut und behalten ihre Form. Zwischen Linse und Hornhaut bildet sich ein Tränenfilm, der Unregelmäßigkeiten der Hornhaut ausgleicht. Dadurch liefern sie oft eine besonders scharfe Abbildung, auch bei Hornhautverkrümmung. Sie lassen viel Sauerstoff durch, sind langlebig und bei richtiger Pflege über ein bis zwei Jahre verwendbar. Der Nachteil ist eine Eingewöhnungszeit von einigen Tagen bis Wochen, in der man die Linse deutlich spürt. Staub unter der Linse kann unangenehm sein.
Sklerallinsen
Sklerallinsen sind große formstabile Linsen, die nicht auf der Hornhaut, sondern auf der weißen Lederhaut (Sklera) aufliegen. Sie überwölben die Hornhaut vollständig, und der Raum dazwischen wird mit steriler Kochsalzlösung gefüllt. So entsteht ein Flüssigkeitspolster, das die Hornhaut schützt und Unregelmäßigkeiten optisch ausgleicht. Sklerallinsen werden vor allem bei fortgeschrittenem Keratokonus, nach Hornhauttransplantationen, bei schweren Formen des trockenen Auges und anderen Erkrankungen der Augenoberfläche eingesetzt. Ihre Anpassung erfordert viel Erfahrung.
Orthokeratologie (Ortho-K, Nachtlinsen)
Ortho-K-Linsen sind speziell geformte formstabile Linsen, die nachts getragen werden. Sie üben einen sanften Druck auf die Hornhaut aus und formen sie vorübergehend um, sodass man tagsüber ohne Brille oder Linsen scharf sieht. Der Effekt ist vollständig umkehrbar und hält nur, solange die Linsen regelmäßig getragen werden. Ortho-K wird vor allem bei leichter bis mittlerer Kurzsichtigkeit eingesetzt. Studien zeigen, dass Ortho-K bei Kindern das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen kann. Weil die Linsen über Nacht getragen werden, sind sorgfältige Hygiene und regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.
Linsen zur Myopie-Kontrolle
Neben Ortho-K gibt es spezielle weiche Tageslinsen mit einem besonderen optischen Design für Kinder, das ebenfalls das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen soll. Die Wirksamkeit wurde in klinischen Studien gezeigt, der Effekt ist aber individuell unterschiedlich. Die Entscheidung trifft der Augenarzt gemeinsam mit den Eltern.
Farbige Kontaktlinsen
Farbige Linsen verändern die Augenfarbe oder dienen als Effektlinsen für Partys und Karneval. Auch ohne Sehstärke sind sie Medizinprodukte. Billige Linsen ohne Anpassung, etwa aus dem Internet oder von Kostümhändlern, sind ein häufiger Auslöser schwerer Hornhautverletzungen und Infektionen. Kaufen Sie farbige Linsen nur nach Anpassung und mit Pflegeanleitung. Medizinisch werden farbige Linsen auch eingesetzt, etwa bei fehlender Iris oder zur Kaschierung von Narben.
Die Linsenarten im Überblick
| Linsentyp | Material | Einsatz | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Tageslinse | weich | Alltag, Sport, Gelegenheitsträger | Hygienisch, keine Pflege | Laufende Kosten, Müll |
| Monatslinse | weich | Regelmäßiges Tragen | Günstiger, viele Parameter | Pflegeaufwand, Infektionsrisiko bei Fehlern |
| Torische Linse | weich oder formstabil | Hornhautverkrümmung | Scharfes Sehen trotz Astigmatismus | Kann sich verdrehen |
| Multifokale Linse | weich oder formstabil | Alterssichtigkeit | Ferne und Nähe ohne Brille | Kompromisse bei Kontrast und Nachtsehen |
| Formstabile Linse | RGP | Alle Fehlsichtigkeiten, Keratokonus | Sehr scharf, langlebig, viel Sauerstoff | Eingewöhnung, Fremdkörpergefühl |
| Sklerallinse | RGP, groß | Keratokonus, schwere Oberflächenerkrankungen | Komfort und Sicht bei schwierigen Augen | Aufwendige Anpassung und Handhabung |
| Ortho-K | RGP, nachts | Leichte bis mittlere Kurzsichtigkeit, Myopie-Kontrolle | Tagsüber ohne Sehhilfe | Nur vorübergehend, Hygiene besonders kritisch |
| Farbige Linse | weich | Kosmetik, medizinische Sonderfälle | Veränderte Augenfarbe | Hohes Risiko ohne Anpassung |
So läuft eine Kontaktlinsenanpassung ab
Kontaktlinsenwerte sind nicht identisch mit Brillenwerten. Neben der Stärke müssen Krümmung, Durchmesser und Material zur Augenoberfläche passen. Die Anpassung erfolgt beim Augenarzt oder bei einem spezialisierten Augenoptiker beziehungsweise Optometristen und umfasst in der Regel:
- Ein Gespräch über Sehgewohnheiten, Tragezeiten, Beruf, Sport und Vorerkrankungen.
- Die Bestimmung der Sehstärke.
- Die Vermessung der Hornhaut, oft mit einer Hornhauttopografie.
- Die Untersuchung von Tränenfilm, Lidern und Augenoberfläche an der Spaltlampe.
- Das Aufsetzen von Probelinsen und die Beurteilung von Sitz, Beweglichkeit und Sehschärfe.
- Ein Training zum Einsetzen, Herausnehmen und Pflegen der Linsen.
- Kontrolltermine nach einigen Tagen bis Wochen und danach in regelmäßigen Abständen, meist jährlich.
Auch wer Kontaktlinsen online nachbestellt, sollte die Kontrolluntersuchungen nicht auslassen. Viele Veränderungen der Hornhaut durch Sauerstoffmangel oder Entzündungen verursachen anfangs keine Beschwerden und werden nur bei der Untersuchung erkannt.
Hygiene: die wichtigsten Regeln
Die meisten schweren Komplikationen bei Kontaktlinsen gehen auf vermeidbare Hygienefehler zurück. Eine ausführliche Liste typischer Fehler finden Sie im Beitrag Kontaktlinsenhygiene: 12 Fehler, die Sie vermeiden sollten.
- Waschen Sie vor jedem Kontakt mit den Linsen gründlich die Hände mit Seife und trocknen Sie sie mit einem fusselfreien Tuch ab.
- Verwenden Sie niemals Leitungswasser, Mineralwasser oder Speichel für Linsen oder Behälter. Im Wasser können Akanthamöben vorkommen, die eine schwer behandelbare Hornhautinfektion verursachen.
- Nutzen Sie stets frische Pflegelösung und füllen Sie alte Lösung nie nur auf.
- Reinigen Sie den Linsenbehälter täglich mit Pflegelösung, lassen Sie ihn offen und kopfüber an der Luft trocknen und ersetzen Sie ihn mindestens alle drei Monate.
- Halten Sie die vorgeschriebene Tragedauer und den Austauschrhythmus strikt ein.
- Schlafen Sie nicht mit Linsen, sofern dies nicht ausdrücklich verordnet wurde.
- Nehmen Sie die Linsen beim Schwimmen, in der Sauna und beim Duschen heraus oder tragen Sie eine dicht schließende Schwimmbrille. Mehr dazu im Beitrag Schwimmen und Augen.
- Setzen Sie Linsen vor dem Schminken ein und nehmen Sie sie vor dem Abschminken heraus.
- Teilen Sie Kontaktlinsen niemals mit anderen Personen.
Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Typische Anzeichen | Häufige Ursache |
|---|---|---|
| Trockenes Auge | Brennen, Fremdkörpergefühl, schwankende Sicht am Abend | Lange Tragezeiten, Bildschirmarbeit, ungeeignetes Material |
| Allergische Bindehautreaktion | Juckreiz, Schleim, Linse verrutscht | Ablagerungen auf der Linse, Pflegemittel |
| Sauerstoffmangel der Hornhaut | Rötung, einwachsende Gefäße am Hornhautrand, oft zunächst symptomlos | Zu lange Tragezeit, gering durchlässiges Material |
| Hornhautinfektion (mikrobielle Keratitis) | Starke Schmerzen, Rötung, Lichtscheu, weißer Fleck, Sehverschlechterung | Schlafen mit Linsen, Wasserkontakt, mangelnde Hygiene |
| Akanthamöben-Keratitis | Sehr starke Schmerzen, oft zunächst wie eine harmlose Entzündung | Kontakt mit Leitungs-, Schwimmbad- oder Seewasser |
Eine Hornhautinfektion ist selten, aber ernst und kann zu bleibenden Narben und Sehverlust führen. Je früher sie behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber Hornhautgeschwür und Augeninfektionen.
Kontaktlinsen bei Kindern und Jugendlichen
Es gibt keine feste Altersgrenze. Entscheidend ist, ob das Kind die Linsen selbstständig und zuverlässig handhaben kann. Viele Jugendliche ab etwa zwölf Jahren kommen gut mit Tageslinsen zurecht, im Sport sind sie oft praktischer als eine Brille. Bei Linsen zur Myopie-Kontrolle werden auch jüngere Kinder unter enger Begleitung versorgt. Eine Ersatzbrille bleibt auch hier unverzichtbar.
Wann zum Augenarzt?
Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten sind auch ohne Beschwerden wichtig, in der Regel einmal jährlich, bei Spezial- und Nachtlinsen häufiger. Lassen Sie sich außerdem untersuchen, wenn die Linsen zunehmend unangenehm werden, Sie die Tragezeit verkürzen müssen oder die Sicht schlechter wird.
Nehmen Sie die Linsen sofort heraus und suchen Sie noch am selben Tag einen Augenarzt oder eine Augenklinik auf, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt: zunehmende Augenschmerzen, deutliche Rötung, starke Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, das nach dem Herausnehmen nicht besser wird, ein weißer oder grauer Fleck auf der Hornhaut oder eitriges Sekret. Setzen Sie bis zur Abklärung keine Linsen mehr ein und bringen Sie Linsen und Behälter zur Untersuchung mit.
Häufig gestellte Fragen
Sind Tageslinsen oder Monatslinsen besser?
Tageslinsen sind hygienischer und praktischer, weil jeden Tag eine frische Linse verwendet wird und keine Pflege nötig ist. Monatslinsen sind günstiger und in mehr Parametern erhältlich, erfordern aber konsequente Reinigung. Welche besser passt, hängt von Ihren Tragegewohnheiten ab.
Darf ich mit Kontaktlinsen schlafen?
Nur wenn Ihr Augenarzt Linsen ausdrücklich für das Tragen über Nacht verordnet hat. Das Schlafen mit Linsen erhöht das Risiko schwerer Hornhautinfektionen deutlich. Ausnahme sind Ortho-K-Linsen, die speziell für die Nacht konzipiert sind.
Kann ich mit Hornhautverkrümmung Kontaktlinsen tragen?
Ja. Torische weiche Linsen oder formstabile Linsen korrigieren eine Hornhautverkrümmung sehr gut. Formstabile Linsen gleichen auch unregelmäßige Verkrümmungen aus. Eine sorgfältige Anpassung ist dabei besonders wichtig.
Gibt es Kontaktlinsen für Alterssichtigkeit?
Ja, multifokale Kontaktlinsen ermöglichen scharfes Sehen in Ferne und Nähe. Alternativ kann eine Monovision angepasst werden. Beide Lösungen sind Kompromisse, die nicht jeder gleich gut verträgt.
Warum darf man Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser abspülen?
Leitungswasser ist nicht steril und kann Akanthamöben und Bakterien enthalten. Diese können sich an der Linse festsetzen und eine schwere, schwer behandelbare Hornhautinfektion auslösen. Verwenden Sie ausschließlich die empfohlene Pflegelösung.
Was sind Ortho-K-Linsen?
Das sind formstabile Nachtlinsen, die die Hornhaut über Nacht vorübergehend umformen, sodass man tagsüber ohne Sehhilfe scharf sieht. Der Effekt ist umkehrbar. Bei Kindern können sie das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen.
Sind farbige Kontaktlinsen gefährlich?
Farbige Linsen sind Medizinprodukte und nur dann sicher, wenn sie angepasst und richtig gepflegt werden. Billige Linsen ohne Anpassung, etwa von Kostümhändlern, führen häufig zu Verletzungen und Infektionen. Kaufen Sie sie nur nach fachlicher Beratung.
Ab welchem Alter können Kinder Kontaktlinsen tragen?
Es gibt keine feste Altersgrenze. Entscheidend ist, ob das Kind die Linsen sicher und hygienisch handhaben kann. Viele Jugendliche kommen ab etwa zwölf Jahren gut zurecht, Linsen zur Myopie-Kontrolle werden auch früher eingesetzt.
Was tun, wenn das Auge mit Linse rot wird und schmerzt?
Nehmen Sie die Linse sofort heraus. Wenn Schmerzen, Rötung, Lichtscheu oder Sehverschlechterung nicht rasch abklingen, gehen Sie noch am selben Tag zum Augenarzt. Bringen Sie Linse und Behälter mit.
Quellen
- American Academy of Ophthalmology – Contact Lenses (patient information)
- U.S. Food and Drug Administration – Focusing on Contact Lens Safety
- Centers for Disease Control and Prevention – Healthy Contact Lens Wear and Care
- NHS – Contact lenses: types and risks
- Stapleton F et al. – The incidence of contact lens-related microbial keratitis in Australia. Ophthalmology 2008
- Cochrane Database of Systematic Reviews – Interventions for myopia control in children (2023 update)
- British Contact Lens Association – Contact lens wear and care guidance
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