Augengymnastik

Tests

Nahsehtest

Lesen Sie Textabsätze in abnehmender Schriftgröße in 40 cm Abstand – Screening auf Alterssichtigkeit.

Wird geladen…

Ab etwa Mitte 40 merken die meisten Menschen, dass sie Kleingedrucktes weiter weghalten müssen, um es scharf zu sehen. Der Grund ist die Alterssichtigkeit (Presbyopie): Die Augenlinse wird mit den Jahren weniger elastisch, sodass sich das Auge schlechter auf kurze Entfernungen einstellen kann (Akkommodation). Das ist ein normaler Alterungsprozess und keine Krankheit.

Dieser Test funktioniert wie eine Lesetafel beim Optiker: Er zeigt kurze Textabsätze, deren Schrift von Absatz zu Absatz kleiner wird. Sie halten einen Leseabstand von etwa 40 Zentimetern ein – das entspricht dem typischen Abstand beim Lesen eines Buches oder Smartphones – und geben an, welcher Absatz der kleinste ist, den Sie noch flüssig und ohne Anstrengung lesen können. Damit die Schriftgrößen stimmen, nutzt der Test die Bildschirmkalibrierung.

Der Nahsehtest kann Hinweise auf Alterssichtigkeit, eine unkorrigierte Weitsichtigkeit oder eine nicht mehr passende Lesebrille geben. Er bestimmt aber keine Dioptrienwerte. Er misst auch nicht, ob Ihre Augen gesund sind. Wenn Sie über eine Lesebrille nachdenken, finden Sie im Ratgeber Lesebrillen Hinweise zur Auswahl.

Anleitung

  1. Kalibrieren Sie den Bildschirm, falls noch nicht geschehen (Karte im Scheckkartenformat).
  2. Halten Sie Smartphone, Tablet oder Kopf so, dass Ihre Augen etwa 40 cm vom Bildschirm entfernt sind – am besten einmal nachmessen.
  3. Sorgen Sie für helles, gleichmäßiges Licht, so wie Sie normalerweise lesen.
  4. Testen Sie zuerst ohne Lesebrille, danach gegebenenfalls mit Ihrer Lesebrille.
  5. Lesen Sie die Absätze von groß nach klein und markieren Sie den kleinsten, den Sie flüssig lesen.
  6. Optional: Prüfen Sie jedes Auge einzeln, indem Sie das andere abdecken.

Ergebnis verstehen

Können Sie in 40 cm Abstand die kleineren Absätze (etwa Zeitungsschrift und kleiner) mühelos lesen, ist Ihr Nahsehen für den Alltag ausreichend. Wenn Sie nur die größeren Absätze lesen können oder den Abstand vergrößern müssen, spricht das ab etwa 40–45 Jahren meist für eine beginnende Alterssichtigkeit.

Lassen Sie Ihre Augen beim Optiker oder Augenarzt prüfen, bevor Sie eine fertige Lesebrille kaufen – besonders, wenn beide Augen unterschiedlich gut sehen oder Sie auch in der Ferne unscharf sehen. Eine plötzliche Verschlechterung des Nahsehens, Verzerrungen oder ein grauer Fleck beim Lesen sind dagegen kein typisches Zeichen von Alterssichtigkeit und sollten rasch untersucht werden. Prüfen Sie in diesem Fall auch das Amsler-Gitter.

Achtung: Screening, keine Diagnose und keine Brillenwertbestimmung. Plötzlich auftretende Leseprobleme, Verzerrungen oder Doppelbilder sollten ärztlich abgeklärt werden.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter beginnt die Alterssichtigkeit?

Bei den meisten Menschen macht sie sich zwischen 40 und 50 Jahren bemerkbar und nimmt bis etwa 60 zu. Weitsichtige merken sie oft früher, Kurzsichtige manchmal später.

Kann ich Alterssichtigkeit mit Übungen aufhalten?

Nein. Die nachlassende Elastizität der Linse lässt sich durch Augenübungen nicht rückgängig machen oder aufhalten. Übungen können allenfalls die Augen entspannen.

Reicht eine Lesebrille aus dem Drogeriemarkt?

Für manche Menschen mit gleichen Werten an beiden Augen und ohne Astigmatismus kann sie vorübergehend genügen. Eine augenärztliche oder optische Prüfung ist dennoch ratsam, um andere Ursachen auszuschließen.

Warum gerade 40 Zentimeter?

40 cm ist der international übliche Standardabstand für Nahsehtests und entspricht dem typischen Leseabstand bei Büchern und Smartphones.